Frühförderung des Sporthundes...ja, wie?

Cara lernt mit 13 Wochen die Topfübung
Cara lernt mit 13 Wochen die Topfübung

Ich bin ganz ehrlich, ich mag keine Videos, in denen Welpen unter 6 Monaten Fuss laufen, apportieren, um Kegel fetzen, Schafe hüten oder im Schutzdienst gearbeitet werden. Die Belastungen, denen der Organismus bei diesen Übungen ausgesetzt ist, kann ein Welpe rein muskulär noch gar nicht auffangen. Das Risiko, gesundheitlicher Schäden ist immens. Auch bei reduziertem Tempo und wenigen Trainings pro Woche. Man bedenke, wie lange es braucht, bis die Wachstumsfugen geschlossen sind. Schafft die Muskulatur nicht, die unnatürlichen Bewegungen aufzufangen (Stop and go, fehlende Rückenmuskulatur beim Fusslaufen, Druck auf das Genick im Schutzdienst), geht das Ganze schnell auf den Knochenapparat. Spätere Schäden sind vorprogrammiert. 

 

 

Ebenso muss die Psyche eines Hundes erst einmal heranreifen, langsam führt man ihn an geistige Arbeit und erhöht die Belastung sukzessive. Lässt ihn die ganzen hormonellen Veränderungen durchleben. Beim ausgewachsenen Hund ist der Gehorsam nur etwas wert, wenn er in einer anspruchsvollen Situation abgefragt werden kann. Fordert man zu früh zu viel, zieht man sich oft einen Spinner heran, der die Nerven bei geringstem Druck sofort verliert und dadurch unzuverlässig wird. Die Lösung hier ist auch heute zu oft noch: mehr Härte. 

 

Dass Gehorsam in den Hund geprügelt wird, geht zwar anscheinend schneller, will heute aber (hoffentlich!) keiner mehr sehen, geschweige denn so ausbilden! Ich erwähne dies, da viele Hunde leider heute noch unter dem Erfolgswahn ihrer Besitzer leiden müssen und der Mensch aus Gier das Wohl des Tieres herabsetzt. 

Es ist unsere Aufgabe, beim noch unverdorbenen Geschöpf durch systematisches Training Koorperationsbereitschaft und Durchhaltewillen und geistige Reife herauszubilden und zu fördern und dadurch den Spass am Sport über Jahre zu erhalten. 

Meiner Meinung nach reicht es vollkommen, durch Balanceschulung, Koordinationsübungen und freier Bewegung im ersten Jahr des jungen Hundes, den Muskelapparat zu kräftigen und aufzubauen, um späteren Schäden vorzubeugen und das Gehirn ausreichend zu fordern und zu fördern. Die Schulung des Hundes für den Alltag benötigt mindestens ein Jahr, wenn man es richtig machen möchte. 

 

Genau wie im Agility, sollte auch in anderen Sportarten je nach Rasse mindestens bis zum ersten Geburtstag gewartet werden, bis man sich an das richtige Sporthundetraining mit höherer Belastung macht. Dann ist der Hund bestens vorbereitet, um leicht und mühelos das Training zu durchlaufen. 

Leute, welche sich rühmen, mit zweijährigen Hunden die höchste Klasse in einer Sportart erreicht zu haben, nehmen, wenn man mich fragt, bewusst Schäden an der psychischen und physischen Gesundheit ihres Lieblings in Kauf! 

 

 

Mein Motto: Weniger ist mehr!

Kommentar schreiben

Kommentare: 0